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Nach
dem 1. Kreuzzug bildeten sich im Heiligen Land die sogenannten Kreuzfahrerstaaten
an deren Spitze das Königreich Jerusalem stand. Von muslimischen
Feinden umgeben, die immer wieder die christlichen Staaten angriffen
und die Spannungen zwischen den Kreuzfahrerstaaten zu ihren Gunsten
ausnutzten, war es ein wahres Wunder, dass sich die kleinen Fürstentümer
überhaupt gegen den Feind behaupten konnten.
Eine weitere Bedrohung ging von Byzanz aus, denn der Kaiser liess keine
Gelegenheit aus, sich an den Kämpfen gegen die Kreuzfahrerstaaten
zu beteiligen. So kam es, dass der byzantinische Kaiser Johannes II.
1137 Antiochia eroberte. Die Christen waren untereinander so zerstritten,
dass sie der Stadt nicht beistanden. Gegen Ende des Jahres 1143 überfiel
der muslimische Feldherr Zengi die Grafschaft Edessa und entriss sie
den Kreuzfahrern.
Dieser Verlust löste in Europa Besorgnis und Bestürzung aus.
Es war zu befürchten, die muslimischen Staaten könnten durch
diesen Vorfall ermutigt werden, einen entscheidenden Schlag gegen die
Kreuzfahrer führen und so das Heilige Land zurück erobern.
Auf einen Hilferuf des Königs von Jerusalem reagierend, rief Papst
Eugen III. erneut zu einem Kreuzzug auf. Der Abt Bernhard von Clairvaux,
der grosses Ansehen bei Klerus und Adel genoss, nahm sich der Sache
an. Er forderte am 31. März 1146 vor der Kirche der Heiligen Madelaine
zu Vézelay in Burgund in einer feurigen Rede zum Kreuzzug auf:
"Seht
denn, Ihr Brüder, die willkommene Zeit, die heilerfüllten
Tage. Erschüttert werden die Lande und erbeben, weil der Gott vom
Himmel sein Land zu verlieren began. Sein Land sage ich: dort sah man
ihn das Wort seines Vaters lehren, dort wandelte er über 30 Jahre
unter den Menschen. Jetzt schaffen es unsere Sünden, daß
dort die Feinde des Kreuzes ihr weiheloses Haupt erhoben haben. Mit
dem Zahn des Schwertes verheeren sie das Land der Verheissung. Du tapferer
Ritter, Du Mann des Krieges: jetzt hast Du eine Fehde ohne Gefahr, wo
der Sieg Ruhm bringt und der Tod Gewinn. Bist Du ein Mann des Erwerbs
in dieser Welt: einen grossen Markt sage ich Dir an; sieh zu, dass er
Dir nicht entgeht!"
Der Abt warb in zahllosen Predigten für den Aufbruch ins Heilige
Land. Die Ritterschaft folgte seinem Ruf. Allerdings wurden auch Stimmen
laut, die lieber die "Ungläubigen" in Preußen vertreiben,
oder die Muslime in Spanien bekämpfen wollten. Bernhard billigte
diese Vorhaben und so brachen viele Kämpen in den Osten gegen die
slawischen Heiden oder in den Süden Spaniens gegen die muslimische
Bedrohung auf. Der Papst gewährte auch diesen Kreuzfahrern die
Vergebung ihrer Sünden.
Bald brach ein Heer ins Heilige Land auf, an dem der deutsche König
Konrad III. und der französische König Ludwig VII. an der
Spitze standen. Im Frühjahr 1147 setzte sich das deutsche Heer
von Regensburg aus in Marsch. Die Franzosen wählten den Seeweg
über das Mittelmeer. Das deutsche Heer zog durch Ungarn und erreichte
ohne besonderen Zwischenfälle das byzantinische Kaiserreich. Dort
angekommen, fingen die Deutschen an, zu plündern, als die Lebensmittel
knapp wurden. Der Kaiser war darüber so erbost, dass er sich weigerte
König Konrad zu empfangen. Die Spannungen nahmen noch weiter zu,
als die Kreuzfahrer sich weigerten, dem Byzantiner die verlangeten Huldigungen
darzubringen.
Es began das alte Spiel zwischen Kreuzfahrern und den Byzantinern. Als
die christlichen Heere durch Anatolien zogen, wurden sie bei Doylaeum
von Sarazenen angegriffen. Das deutsche Heer erlitt schwere Verluste
und König Konrad konnte auf einem byzantinischen Schiff ins Heilige
Land entkommen. Den Franzosen erging es nicht besser. Sie wurden von
den Muslimen 1148 in der Nähe von Laodicea erbittert angegriffen.
Die Byzantiner verhielten sich abwartend, da der Kaiser von Byzanz das
Kreuzfahrerheer wahrscheinlich besiegt sehen wollte.
König
Konrad, der König von Frankreich und der König von Jerusalem
beschlossen, mit allen verfügbaren Truppen gegen Damaskus zu ziehen,
das ihnen reiche Beute versprach. Dieses Vorhaben stellte sich als fataler
Fehler heraus und die Rechnung der christlichen Führer ging nicht
auf. Sie wurden von dem syrischen Herrscher und einem grossen Heer des
seldschukischen Fürsten von Aleppo – der noch kurz zuvor
mit Damaskus verfeindet war und sich inzwischen mit den Syrern verbündet
hatte – vernichtend geschlagen.
So verfehlte der 2. Kreuzzug durch Habgier und Uneinigkeit sein Ziel,
die verlorene Grafschaft Edessa zurückzuerobern.

Karte des II. Kreuzzuges
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Stadtplan Jeruslaem
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Kreuzfahrerstaaten |
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